Modellcenter-2005

Raketenwurm 1 Competition

Es handelt sich hier um das F5B Wettbewerbsmodell vom mehrfachen Eurotourgewinner und neuer Weltmeister 2004 Wolf Fickenscher, vertrieben von der Firma Strat.at

"Der Raketenwurm Competition ist das Wettbewerbsgerät in der F5B Klasse. Die Ausführung lässt für den Wettbewerbspiloten keine Wünsche offen. Die Wettbewerbserfolge sprechen für sich. Gegenüber der Advance-Version werden hier besonders leichte Materialien verwendet und noch aufwendiger produziert. Der Rumpf ist aus Kevlar und das V-LTW mit CFK verstärkt. Der Competition Rumpf ist mit einem Bremsstift ausgeführt Der Flügel ist in Voll-CFK und besonders leicht und torsionssteif ausgeführt. Der Hauptholm aus ca. 70m Carbon UMS-12000 (Hochmodul) Rovings. Im Bausatz liegen 2 CNC gefertigte Motorspannten bei, welche für fast alle gängigen Motoren und Getriebe passen. Das LTW ist fertig verklebt! Der Flügel hat 4 Klappen (Querruder und Wölbklappen). Bei den Servoeinbauschächten wurde schon vom Werk aus das Balsa (Stützmaterial) entfernt, damit man die Servos ohne Aufwand voll in den Flügel integrieren kann. Damit auch beim Transport alle Ecken heil bleiben sind die Flügel- und LTW-Ecken mit CFK verstärkt." (Rainer Stratberger)

Raketenwurm

Wolf Fickenscher

Wolf Fickenscher (Aerodesign/Strat)

Technische Daten Antrieb

Spannweite: 1705mm

Länge: 940mm

Profil: MH33

CFK Flügel

Kevlar/CFK Rumpf

Spinner: 35mm

Motor: Hacker B50-12S 6,7:1

Jeti-Hacker Master 77-O-Flight

Luftschraube: RFM 15*13"

Accu: 18*1950 FAUP

Stromaufnahme im Stand: 15*13" 65A

Servos:

Querruder: Dymond D60

Wölb: DS368, mit eigener Abdeckung

Höhe: Graupner C341

Empfänger: SMC 19 DS

Empfänger Accu: Sanyo NiMH 800 HR-4U

Gewichte:

Rumpf mit V-Leitwerk: 120g

Fläche: 330g

18*1950 FAUP (a.38g) 684g

Motor Hacker B50-12S 6,7:1 253g

Regler Hacker Master77-O-Flight 58g

Latte, Spinner, Mittelteil

2 Servos D60 18g

1 Servo C341 17g

2 Servos DS368 44g

RX Accu mit Schalter

RX Einbau GFK Platte

Flugfertig: 1770g

Gesamtflächenbelastung mit 18*FAUP: 66,04g/dm ; (18*4/5SC 70,07g/dm)

Nun ist sie nach nur einer Woche Lieferzeit da!

Fangen wir gleich mit dem Hauptproblem an: wie kommen 18 Zellen 4/5SC da rein? Von der Breite geht es so leidlich, der Rumpf muss etwas aufgebogen werden, die hinteren Zellen der oberen Reihe liegen in einer Ausbuchtung der Flächen, nur sie geht nicht zu!

Es muss aber auch anders gehen.

Hier ist eine Lösung.

Und hier steht wie man es macht.

Die Accus wurden nun gepellt, aber sie gehen immer noch nicht hinten in den Rumpf zu schieben. Ca. 4mm vor dem Ausschnittsende ist Schluss. Im Bereich der Muttern für die Flächenschrauben muss der Rumpf etwas gedehnt werden. Auch ein abschleifen der Rumpfwände geht nicht bei dem dünnen Rumpf. Die Accus wurden sogar noch ohne Isolierung zur Probe reingeschoben, mit Kaptonband wären sie noch dicker. Und wenn nur zwischen den Accus das Kaptonband kommt, liegen die Accus aussen elektrisch offen und berühren die CFK Rovings im Rumpf! Hier ist jeder mm ausgenutzt!.

Meine Lösung scheinen die 1950 FAUP Zellen zu sein, sie sind im Durchmesser kleiner wie die 4/5 SC. Hier und hier steht auch was interressantes über die FAUP.

Ein Gespräch mit Hr. Stratberger ergab aber das dies nicht notwendig sei und es bei SC Zellen auch nicht geht, sie enden kurz hinter der Fächenendleiste. (bei ihm, bei 12 Zellen SC, 1,5cm vor dem hinteren Rumpfausschnittsende.)

Da es sich hier um ein reinesWettbewerbsmodell handelt, das von dem original Urmodell stammt, muss man solche "Hürden" überwinden. Hier ist halt alles etwas enger als in "gewöhnlichen" Modellen. Desweiteren sind auch diverse bauliche Toleranzen zu beachten, die sicher entstehen können.

Um das Handling zu vereinfachen

Das Kaptonband und die Isolierscheiben bekommt man u.a. bei Hoellein.

Die CFK-Fläche ist soweit, bis auf ein paar Stellen in der Oberfläche, OK, die Dichtlippen sind schon, mit blauem Klebeband, angebracht, Servoschächte sind versenkt drin, als Servoabdeckungen dienen einfache CFK Plättchen, die Elastic Flaps sind leichtgänging und sauber ausgetrennt. Als Stützstoff im VLW un din der Fläche wurde Balsa verwendet. Der Stützstoff wurde für den Holm entfernt, sodass er bis an die Deckschicht geht. Leider drückt sich der Holm und die Hilfholme und Servoschächte etwas durch! Die neuen Modelle sollen diesen Fehler angeblich nicht mehr haben. Dies wurde lt. Strat (2005) geändert, weil es Probleme mit dem durchdrücken des Holmes gab, ach watt! Als Flächenschrauben (M3) sind keine Senkschrauben mitgeliefert worden, sondern nur normale Imbusschauben.

Das V-Leitwerk ist in den Klappen mit CFK verstärkt und nicht, wie Stratberger schreibt, auch in den Ecken! Ansonsten dient wie bei der Fläche Balsa als Stützstoff. Die Lackierung ist sehr dünn sodas das Balsa durchscheint, dies ist aber so üblich um das Gewicht zu halten. Die Oberfläche ist, durch die Leichtbauweise, ganz leicht "wellig". Für den Holm und die Hilfholme wurde der Stützstoff nicht entfernt.

Der Rumpf ist aus GFK-Kevlar mit CFK Rovings durchgehend aufgebaut. Die Rumpfnähte finde ich ganz OK. Im Bereich des V-Leitwerks gehen sie etwas nach innen, vorne nicht ganz so stark. Der Motorspant muss noch eingeharzt werden.

Die Lieferung ist gut verpackt gewesen. Das V-Leitwerk ist schon fertig verklebt.
So gehts nicht mehr, der Schrumpfschlauch muss runter!
..wie man sieht der Accu muss dünner werden... Die Schrauben könnten versenkt sein.
Bohrungen für Senkschrauben
Servoschächte fürs Querruder
Nicht ganz sauber, aber dies wurde hier schon erläutert.
V-Leitwerks Lehre und Motorspanten
Ruderhörner Antrieb
Programmier Box
Bilder: Burghard Gruszla

Der Bau

Rumpf:

Für den Hacker B50 liegen beim Getriebe die 4 Befestigungslöcher soweit auseinander das mit den 35 mm Motorspant, dieser zwar passt, aber der Rand am Motorspant für die 4 Schrauben etwas ausgefeilt werden muss. Der lange Bremsstift unten am Rumpf, wurde auf 5mm gekürzt.

V-Leitwerk:

Hier geht es sehr eng zu. Die Ruderarme bestehen aus 0,8mm Weissblech, was entsprechend gebogen wird und in die Ruderarme geklebt wird. Ein 3mm Messing Rohr wird zusammen gequetscht und ein 1mm Loch gebohrt. Dies liegt dann zwischen den Blechwinkeln und ein 1mm Stahldraht verbindet dann alles. Der Stahldraht wurde mit dem Messingrohr verlötet. Das Messingrohr ist über ein M2 Gewinde (Löthülse/Gabelkopf) mit einem 4mm CFK Rohr verbunden. Durch dies M2 Gewinde konnte die Anlenkung am V-Leitwerk komplett fertig gemacht werden und man kann trotzdem die Gestängelänge noch im kleinen Rahmen verändern. Weil es im Rumpf sehr eng ist, wurde vom 4mm CFK Rohr auf einem 3mm CFK Stab im Bereich der RC Anlage verjüngt.

Die Ruderhörner sollte man weiter nach aussen legen damit man das Messingrohr nicht so weit zusammenquetschen muss, so hält der festgelötete 1mm Stahldraht sicher besser.

RC Anlage:

Der Empfänger,das Höhenruderservo und der Accu werden auf eine 0,5mm Epoxydplatte befestigt, die mit Hilfe einer M3 Schraube unten durch den Rumpf befestigt wird. Der Ein/Ausschalter wird auf das Höhenruderservo geklebt, so erspart man sich ein Loch im Rumpf. Durch die CFK Rovings und das Höhenrudergestänge wurde die Antenne kurz hinter der Endleiste aus dem Rumpf geführt. Ist dann noch ca. 10cm aussen mit Tesa am Rumpfrücken befestigt und der Rest hängt frei runter.

Der Schwerpunkt kann sehr gut mit dem Antriebsaccu festgelegt werden. Damit sich der Accu nicht verschiebt, wird er von unten, durch den Rumpf, mit einer M5 Nylonschraube gesichert. Dazu wird im Accu ein Stück Epoxyplatine , mit M5 Gewinde in Micoballons, mit eingeschrumpft.

Da der Hacker Master99 Regler eine sehr starke Bremse hat, wurde um evtl. Getriebeschäden abzuwenden, der neue programmierbare Hacker Master77-O-Flight Regler verwendet. Hier kann man u.a. per Programmierbox die Bremse einstellen. Lt. Hacker kann aber das Maxxon Getriebe die harten Bremsen ab.

Als Spinner wurde ein HM Spinner mit Alumittelteil verwendet. Die Welle wurde auf beiden Seiten angeschliffen und die Madenschrauben mit Schraubensicherungslack "Mittel" gesichert.

Fläche:

Für die GFK Ruderhörner müssen in die Fläche noch entsprechende Ausschnitte gemacht werden. Im Klappenholm wird ein 3mm Loch, für die Gestänge der Wölbklappen, gebohrt. Da die Ruderhörner sehr klein sind, verzichte ich hier auf die Gabelköpfe und nehme, wie in der Anleitung beschrieben, 1mm Stahldraht, genauso bei dem Querrudern. Die Servos werden mit 5Min.Epoxyd in die Fläche geklebt und mit Balsaholz noch gesichert.

An die Wölbklappenservos DS368 kommen Metallgabelköpfe.

VLW
VLW
VLW Motor
RC RC
Der Accu liegt nun hinter dem Empfänger.
Wölb Wölb
Selbsthergestellte Servoabdeckungen.
Quer Fläche
Raketenwurm
Bilder: Burghard Gruszla

Einstellwerte:

Schwerpunkt: 74mm von Nasenleiste

Höhe: +5mm / -5mm aussen, 20% Expo

Querruder: +8mm innen / -6mm innen, 10% Expo, evtl. noch mehr Differenzierung

Butterfly: Wölb -10mm innen, Quer +8mm aussen, Höhe ca.-1,5mm aussen (auf einem Schalter!)

Thermik (Langsamflug): Quer+Wölb ca. -2mm innen, Höhe ca. +2mm aussen

Failsafe: Motor aus, alle Ruder neutral, Höhe ca. +1,5mm aussen

(Speed: Höhe 0 , Quer+Wölb nicht nach oben, Snap -2mm)

Einfliegen:

Kaum Wind, vom guten Werfer mit Halbgas (auf Kanal1 !) geradeaus geworfen. Leicht Höhe gezogen, es ging mit Halbgas senkrecht nach oben, nun Vollgas rein das Teil beschleunigte. Nach ca. 6 sek. Motor aus. Es musste ca. +2mm Höhe getrimmt werden (Langsamflug), sonst ging das Modell sofort in einen ca.30 Grad Speedflug über (ungewohnt, aber das ist bei einem F5B Modell so, wegen der geringen EWD von ca.0,3Grad!). Sonst musste nichts getrimmt werden. Das ausswiegen erfolgte mit einer Gabel bei genau 74mm, die Nase hing dabei leicht nach unten. Die Rollen und Wenden kamen gut, es könnte aber noch etwas mehr Querruder sein. Nun der Abreisstest, immer mehr Höhe gezogen, das Modell wird dann irgendwann "schwammig" und etwas später kippte es über die linke Fläche ab. D.h. der Strömungsabriss kündigt sich mit "schwammigen" Rudern vorher an. Nach so wohl 8 Minuten ging es an die Landung, da es regnete. Das Butterfly wurde natürlich schon vorher in grosser Höhe probiert. Ja nach Fahrt nimmt es die Nase mehr oder weniger nach oben, hier muss also evtl. noch mehr Tiefe beigemischt werden. Da ich Butterfly per Schalter steuere, muss ich evtl. noch etwas Höhe oder Tiefe geben. Also wurde erstmal ohne Butterfly gelandet, da das Modell einen guten Gleitwinkel hat, waren 3 Anflüge mit durchstarten notwendig, dann aber gelang eine butterweiche Landung ohne Butterfly. Durch die weisse Oberfläche kann man bei bedeckten Himmel, das Modell nicht immer gut erkennen, ist halt "nur" 1,70m gross und der Kontrast zum Himmel gering. Eine andere Oberflächenfarbe wäre gut, aber Stratberger bietet da nun verschiedene Designs an.

Der Schwerpunkt wurde nun leicht nach hinten gelegt, nun pendelt das Modell bei 74mm genau waagerecht aus. Es musste ca. +1,5mm Höhe getrimmt werden für einen Geradeausflug (Langsamflug). Beim anstechen fängt es sich sofort. Dies ist bei einem F5B Modell so!

Nach weiteren Flügen mit +1,5mm Höhentrimm geht das Modell hervorragend, da ich keine Wettbewerbe fliege nehme ich das neutrale Höhenruder nur für den Start und schalte oben dann +1,5mm hinzu. Selbst mit diesem Trimm erreicht das Modell, bei Tiefenruder, eine anständige Geschwindigkeit. Das zuschalten von -2mm Quer und Wölb lässt das Modell noch langsamer werden und auf Thermik ansprechen. Die Ausschläge für Butterfly gehen gut, könnten aber noch etwas mehr sein. Ich komme nicht so steil rein wie bei den Wettbewerben, sondern mache einen langen Langeanflug, hier sind meine Stellungen für mich ganz gut und sicher. Auch die Steuerung per Schalter geht nun relativ gut. Das Butterfly kann damit zwar nicht stufenlos gesteuert werden, aber das sind halt die Nachteile wenn man Jahrzehnte lang das Gas auf Kanal1 hat.

Der Raketenwurm kann, nach anfänglichen Schwierigkeiten, voll und ganz überzeugen! Danke auch an Rainer Stratberger für die diverse Hilfe per EMail!

Der 1950 FAUP Accu erlaubt bei 65A im Stand (-80% im Fluge; 52A) ca. 2Minuten Motorlaufzeit, die ich aber immer noch nicht ausnutze. Nach ca. 10 Minuten Flugzeit, dabei meisten heitzen, sind die Accus gerade ca. halb leer!

Veränderungen nach so einigen Flügen:

Der 1mm Stahldraht der Querruderanlenkung wird um einen weiteren 1mm Stahdraht verstärkt. Damit verringert sich das Spiel in der Anlenkung erheblich. Leider haben aber die Dymond D60 Servos doch noch etwas Getriebespiel.

 

Quer
Bilder: Burghard Gruszla

Hier etwas zum Thema Bremse und Getriebe.

Quellen im Internet:

Raketenwurm die originale Seite

Aerodesign

Raketenwurm EWD

Raketenwurm

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Stratberger Video

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Nur wo RK drauf steht ist auch RK drin

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Raketenwurm

Burghard Gruszla  •  Am Nachtflügel 4  •  30890 Barsinghausen