Es handelt sich hier um einen Voll GFK-F3F (E) Segler, den es in verschiedene Ausführungen (GFK/CFK Flächen) zu kaufen gibt. Gemeinsam haben alle Versionen einen CFK Holm und CFK verstärkte Ruderflächen. Die durchgehenden Querruder sind bei Bedarf zu trennen und durch Einbau von zwei zusätzlichen Servos als Wölbklappen zu verwenden. Das Profil MG06 ist eine Entwicklung des Franzosen Marcel Guwang.
Der Antrieb wurde von Reisenauer empfohlen. Die KAN Zellen sollen max.20A ab können. Es hat sich gezeigt das er empfohlene Antrieb für dies Modell als sehr gut bezeichnet werden kann.
Als Alternativen könnte man u.a. noch den Hacker B20-15L oder den AXI 2212/26 nehmen, sie sollen lt. Hr. Reisenauer aber nicht die Leistung wie der Lehner bringen.
Hacker B20-15L 4:1 , GP1100, (8*KAN1050) , 10*6"/10*7" , ca. 14A
AXI 2212/26 1:1 , 10*KAN1020 , ca. 12A
Nach 2 Wochen Lieferzeit, bestellt bei Thommys, kam die Banana gut verpackt an. Alle GFK Teile wurden sehr gut in Luftpolsterfolie verpackt. Die fehlende Anleitung, wurde binnen Minuten von Thommys per Mail nachgereicht! Ein A4 Blatt und Angaben zu den Rudereinstellungen. Auch die Beratung von Thomas Seidel kann als vorbildlich angesehen werden.
Die Teile sind sehr gut eingefärbt, ein durchschimmern des Holm kann nur erahnt werden. Erst wenn die Fläche gegen das Licht gehalten wird erkennt man den Holm deutlich. Die GFK-Version ist sehr druckempfindlich, die Luftpolsterfolie die als Verpackung diente, sollte man als Flächenschutztaschen verwenden. Die Entleisten, vor allem beim V-Leitwerk, hätten etwas dünner sein können. Als Stützstoff dient Balsa. Im V-Leitwerk sind Anformungen für die Ruderhebel. Einen Kleinteilesatz gibt es nicht. Also müssen noch Ruderhörner, Servoabdeckungen, Gestänge, Motorspant gekauft bzw. angefertigt werden. Die Servoschächte müssen selber ausgeschnitten werden. Sämtliche Elasticflaps sind leichtgängig und sehr sauber ausgeführt. Der Rumpf macht einen stabilen Eindruck und die Naht kann als gut bezeichnet werden. Der Rumpf hatte eine kleine Blase die aber mit ein bisschen Epoxyd bereinigt werden konnte, im Rumpf selber lag an einigen Stellen das Gewebe nicht richtig an. Genial ist die Kabinenhaube die einfach am Rumpf eingeschnappt wird. Vorne ist der Rumpf mit CFK Rovings verstärkt (Kabinenhaube, Flächenauflage). Die Fläche wird bei den beiden M2 Imbusschrauben auf dem Rumpf geschraubt, die Einschlagmuttern sind schon im Rumpf eingeharzt.
Bautechnisch für den Preis einfach nur Top!
Der Bau:
Ein 40mm Motorspant aus 1,5mm Epoxydplatine wird mit CFK Rovings in die Rumpfschnauze geklebt.
Die Querruderservos werden mit 5Min. Epoxyd direkt in die ausgeschnittenen Servoschächte eingeklebt. Zusätzlich werden sie zum Holm hin mit Balsaklötzchen abgestützt. Besser wäre es noch gewesen vorher noch eine GFK Matte einzukleben, weil die Servos sich doch an einigen Stellen sehr leicht "durchdrücken". Die Gestänge bestehen aus 1,2mm Stahldraht mit aufgelöteter Löthülse und Metallgabelkopf. Am Servo wird der Stahldraht um 90 Grad umgebogen und am Servoarm eingehängt. Ein Tropfen Sekundenkleber hintert ihn am herausrutschen. Die Ruderarme bestehen aus 1,5mm Epoyxdplatine die mit Harz in Ausschnitte an der Querrudern eingeklebt werden. Selbsthergestellte Servoabdeckungen werden mit Tesaband auf die Ausschnitte geklebt.
Das Höhenrudergestänge besteht aus 1,2mm Stahldraht und einem 3mm CFK Stab. Das Höhenruderservo und der Empfänger sind auf einer Epoyxdplatine befestigt, diese wird in den Rumpf eingeschoben und von unten mit einer Schraube gesichert.
Im V-Leitwerk wird in die Anformung ein 2mm Loch gebohrt, wo 2mm Stahstücke eingeklebt werden. An sie werden die M2 Kugelköpfe des Höhenrudergestänges befestigt. Die Kugel wird einfach fest geklebt. Das L-Leitwerk wird mit Epoxyd mit dem Rumpf verklebt, die Klebestellen vorher gut aufrauhen.
Der Accu liegt auf einer Schräge aus einem Stück Epoxydplatine die in den Rumpf geklebt wird. Gesichert wird der Accu (noch) mit Hilfe eines Styrodurstückchens.
Eine Dichtlippe aus Tesaband wurde nicht angebracht. Der Hilfsholm hat nur 10 mm Luft zum Schnitt, würde man die Querruder also mehr wie 10mm hochfahren würde das Tesaband rauskommen.
Einfliegen:
Schwerpunkt bei 65mm, leichter Gegenwind, Motor Vollgas und vom Werfer schön geradeaus geworfen. Er ging schön gerade aus, dann leicht Höhe ziehen... immer mehr Höhe, in einem Winkel von ca. 70 Grad ging es aufwärts. Ein Lob an Reisenauer, seine Empfehlung geht für so ein Modell sehr gut. Senkrecht geht, nur nicht lange, besser halt nicht ganz senkrecht steigen. Nach ca. 10 Sekunden Motor aus. Es musste Höhe nachgetrimmt werden, ein Anstechen bestätigte dann das der Schwerpunkt noch nach hinten kann. Es musste noch leicht Querruder nach getrimmt werden, leider ist ein Querruder, trotz der Kohle in den Klappen, so ca. 1mm verzogen. Was sich in den unterschiedlichen Fluggeschwindigkeiten als negative bemerkbar macht! Die Geschwindigkeit des Modells ist entsprechend schnell und die Wenden kommen sehr gut. Die Rollen kommen gut, allerdings nicht so "toll" wie im MFI Testbericht (tja diese Testberichte...) es musste auch relativ viel Tiefe auf dem Rücken gegeben werden (gut Schwerpunkt nach hinten). Besonders gut kommen gerissene Rollen, das Modell rastet am Ende regelrecht ein. Querruder nach unten, das Modell wird etwas langsamer, Querruder nach oben es wird merklich schneller, damit ist die Banana sehr leise, kaum ein Pfeifen. Nun die Querruder 15mm als Landehilfe nach oben, keine Höhenruderkorrektur. Das Modell nimmt sehr stark die Nase nach unten, dies geht so nicht. Also, nun Querruder ca. 10mm nach oben und ca. 3mm Höhe rein. Schon besser, nur wenn das Modell ohne Landehilfe schon langsam wird und man fährt die Querruder noch nach oben, nimmt das Modell immer noch zu stark die Nase nach unten! Hier muss nach experimentiert werden. Da die Banana relativ langsam gemacht werden kann, auch ohne Gegenwind, ist es fraglich ob man eine Landehilfe überhaupt braucht.
Erwähnenswert ist auch der gute Gleitwinkel, dies merkt man gerade bei der Landung. Beim schnellen heissen ist man zwar schnell wieder unter und denkt, die gleitet ja nicht so gut, aber Irrtum - die Landung zeigt wie lang der Landeweg sein kann.
Nach 90 Sekunden Motorlaufzeit, 6-8 Minuten Aktion und Landung musste in dem Accu ca. 490-500 mA nachgeladen werden.
Weitere Flüge ergaben beim Anstechen das das Modell sich zu stark abfängt, also Kopflastig ist. Es musste auch für einen Geradeausflug ca. 1-2mm Höhe getrimmt werden. Zur Zeit liegt der Schwerpunkt bei ca. 67mm. Aber auch hier muss im Rücken noch zu viel gedrückt werden, er könnte damit wohl noch etwas weiter nach hinten. Der Abreisstest verlief sehr positiv, das Modell wird langsam und wird nur etwas "schwammig" auf die Ruder, ein abkippen über eine Fläche konnte ich nicht herbei führen. Die Querruderausschläge kann man in gewissen Grenzen noch etwas vergrössern, wird es zuviel reagiert das Modell zu heftig. Beim Höhenruder habe ich nun noch 10% Expo beigemischt. Die Querruder sind bei der Landung z.Zt. ca.12 mm hoch und das Höhenruder steht ca. 2mm nach oben, nur nicht zu langsam machen - sonst kommt doch der Abriss.
In der Thermikstellung wird das Modell deutlich langsamer, ist aber weiterhin gut zu steuern und nimmt sogar Thermik gut an. Auch macht sich die Thermikstellung im Steigflug positiv bemerkbar, ein wesendlich besserer Steigflug.
Ein Modell wo noch einiges raus zuholen ist.
Bemerkung am Rande:
Nicht alle Flächen sind von den Querrudereinschnitten gleich. Bis zu 12mm Unterschied in der Tiefe!
Einstellwerte: (entspricht grösstenteils Thommys Angaben)
Schwerpunkt: 65 mm Hersteller. Bei mir z.Zt. ca. 67 mm, immer noch kopflastig!
Querruder: + 8 mm, - 4 mm, könnte noch etwas mehr sein.
Höhenruder: +/- 6 mm
Landung: Quer +12 mm / Höhe +2 mm
Thermik: Quer: unten 3 mm / Höhe +2mm
Speed: Quer +3mm / Höhe 0